Selbst-Achtsamkeit – Life-coaching für Führungskräfte

Der Begriff des Life-Coachings setzt sich im Coaching immer mehr durch und löst den der sogenannte Work-Life-Balance ab. Diese wurde zunehmend wegen der im Begriff enthaltenen Gegensätzlichkeit von Work und Life kritisiert und als nicht hilfreich eingestuft. Das Life-Coaching sieht Arbeit als wesentlichen Teil des Lebens an. Positiv empfundene Arbeit fördert gelingendes Leben. Allerdings braucht Arbeit einen Ausgleich, damit die Arbeitsleistung auf Dauer erhalten bleibt. Life-Coaching betrachtet nicht nur die Arbeitssituation einer Führungskraft, sondern auch den Ausgleich. Diesen findet man bspw. in der Familie, den Sozialkontakten, im Sport, der Spiritualität, durch Yoga, die Ernährung usw.
In meinem Blog werde ich in unterschiedlichen Beiträgen der Frage nachgehen, wie Führungskräfte ihren notwendigen Energiebedarf wieder „aufladen“ können. Dass Führungskräfte viel Energie benötigen, ergibt sich aus den Anforderungen ihres Arbeitsalltags. Diese umfassen oft vielfältige Aufgaben, die eine konzentrierte Arbeitsweise verlangen und auch zu regelmäßiger Mehrarbeit führen. Dazu haben sie oft unter Zeitdruck Entscheidungen zu treffen, die möglichst nachhaltig und richtig sein sollen. Zudem sind die vollen Terminkalender, mögliche divergierende Erwartungen der nachgeordneten Mitarbeitenden und der Kunden und auch der möglichen Stakeholder nicht zu vergessen. Diese Auflistung ließe sich weiter fortsetzen. Sie macht den Energiebedarf deutlich.
Das Aufladen des Energiebedarfes hat nicht nur die Wiederherstellung der Arbeitsleistung zum Ziel. Sie soll auch negative Prozesse verhindern, die in Burnout-Prozessen oder psycho-somatischen Erkrankungen münden können.

Selbst- und Zeitmanagement

Wie lädt man nun seine Energie wieder auf?
Der erste Schritt ist das bewusste Auf-sich-selbst-Achten. Dies ist für viele Führungskräfte ein Tabu-Thema, weil sie immer funktionieren sollen und wollen. Für die Selbst-Achtsamkeit müssen sie sich teilweise wieder kennenlernen. Was spüre ich nach einem 12 Stundentag oder einer Woche mit dem außer-europäischen Auslandsaufenthalt? Was tut mir da gerade weh? Habe ich Kopfschmerzen, Beschwerden im Magen-Darm-Trakt oder auch im Herzkreislaufsystem? Kann ich mich erholen und tief schlafen? Gönnen Sie sich im Laufe des Tages Kurzpausen und beginnen Sie in Ihren Körper hinein zu spüren. Ziehen Sie sich zurück und scannen Sie in Gedanken Ihren Körper. Beginnen Sie dabei am Kopf gehen über den Oberkörper bis in die Zehen Ihrer Füße. Was spüren Sie? Beobachten Sie sich und merken oder notieren Sie sich die Ergebnisse. Tauchen bestimmte Empfindungen öfter auf, oder verschwinden sie? Gehen Sie bei nicht zu erklärenden Schmerzen zum Arzt. Schmerzen sind Signale Ihres Körpers! Die geben Ihnen Hinweise. Die regelmäßige Wiederholung ist notwendig, damit Sie ein gutes Gefühl für Ihren Körper bekommen. Tragen Sie sich die Zeiten für die Übung der Selbst-Achtsamkeit in Ihren Kalender fest ein,
5 Minuten reichen dafür schon.

Abschalten Energie Minze

Fühlen Sie sich fit und total belastbar, dann feiern Sie das am Abend mit sich und vielleicht mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin!!

„einsame“ Führungskraft

Die Einsamkeit der Führungskraft ist ein Thema, das selten offen angesprochen wird, dagegen öfter im Coaching. Für Führungskräfte ist es wichtig, dass sie gegenüber ihren Mitarbeitenden ein sinnhaftes Nähe-Distanz-Verhältnis entwickeln und beibehalten. Sie benötigen aber Distanz, da sie Entscheidungen treffen müssen und dabei werden sie auch bei einigen Mitarbeitenden Enttäuschungen verursachen, weil deren Absichten und Wünsche nicht beachtet wurden. Im Extremfall wird dies bei Kündigungen oder Schließungen von Betriebsteilen oder ganzen Betrieben deutlich.

Führungskräfte sollen und wollen gestalten. Dafür ist es notwendig, schnell die richtige Entscheidung zu treffen. Da aber Führungskräfte nicht omnipotent sind, benötigen sie Experten, die sie beraten. Diese können aber mit ihren Empfehlungen auch einseitig eine bestimmte Interessenslage verfolgen und müssen deshalb von Führungskräften kritisch hinterfragt werden. Gerade bei strategischen Entscheidungen ist eine Abwägung der jeweiligen Risiken von verschiedenen Entscheidungsoptionen eine sehr wichtige Prüfschleife. Auch hierbei entsteht aufgrund der Rolle der Führungskräfte ein Vereinsamungsprozess, weil sie mit analytischem Verstand auch die Experten hinterfragen müssen. Aus der Verantwortung für das Unternehmen erfolgt zugleich das Vereinsamungsgefühl der Führungskräfte. Das erhöht die psychische Belastung von Führungskräften.

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Welche Lösungen bieten sich an?
Aus meiner Sicht gibt es drei:
1. ein regelmäßiger Kontakt mit engen Freunden und der Familie
„Das sind doch keine Fachleute“ werden manche denken. Das stimmt, aber durch die oft vielleicht auch laienhafte Distanz und die daraus resultierenden Fragen erhält die Führungskraft Anregungen zum Weiterdenken und eine Veränderung oder Erweiterung der bisherigen Perspektive.
2. Austausch mit vertauten Kollegen, die ähnliche Aufgaben haben –
Der Aufbau solcher belastbaren Kontakte ist zeitaufwendig, aber lohnend. Zu beachten ist m. E., dass diese Kollegen nicht bei Mitbewerbern tätig sind. Das schränkt die Glaubwürdigung ihrer Beratung stark ein.
3. Ein Coaching durch einen Coach mit Felderfahrung ist die dritte Option, die selbsterklärend ist. Die Suche nach einem entsprechenden Coach ist hierbei wohl der aufwendige Part.

Mein Coaching-Blog

In diesem Coaching-Blog veröffentliche ich meine Gedanken zu dem Thema „Handeln von Führungskräften“.
Die Beiträge wollen anregen und Diskussionen anstoßen. Sie sind eingeladen, diese Gedanken zu kommentieren.
Das „Handeln von Führungskräften“ ist ein Themenkomplex. Dazu gibt es doch schon genug Veröffentlichungen, oder auch Fortbildungen. Warum ist dieser Blog noch notwendig?

In diesem Coaching-Blog versuche ich den Nischen-Themen nachzuspüren. Darunter verstehe ich Inhalte, die in der Regel nicht veröffentlicht werden. Dabei beziehe ich mich u. a. auf meine eigenen Erfahrungen als Führungskraft, die auch gecoacht wurde. In den unterschiedlichen Situationen gab es nicht immer nur Erfolge. Auch schwierige Phasen und Niederlagen gehörten dazu. Gerade diese haben mich zum Nachdenken gebracht. Daraus entstandene Erkenntnisse fließen mit in diesen Blog ein.

Natürlich ist es nur bedingt möglich, diese Inputs auf viele Führungskräfte zu übertragen. Mir geht es um die einzelne Person und nicht die Masse. Ich bin auf die Rückmeldungen gespannt.

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